06.11.2017

Gelungenes BAGJE / LAGJE - Wolfsforum in Delitzsch

Knapp 100 Zuhörer, darunter viele Jagdvorsteher aus Sachsen, waren am 2. November der Einladung der Bundesarbeitsgemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (BAGJE) und der LAGJE´s von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg zu einer zentralen Infoveranstaltung in das Bürgerhaus Delitzsch gefolgt. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stand ein Wolfsforum. Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Foto - mit Mikrofon, im Gespräch mit dem Vertreter einer Bürgerinitiative aus der Lausitz) fasst seine wissenschaftliche begründete Meinung zum Umgang mit dem Wolf in Deutschland so zusammen: Es gibt weder stichhaltige wildbiologische noch populations-ökologische Gründe, weswegen der Wolf nicht auch in Deutschland planmäßig bejagt werden könnte. Die Fakten zum Erhaltungszustand des Wolfes in Mitteleuropa liefern keine ausreichende Begründung für die weitere Einordnung dieser Tierart in höchste Schutzkategorien. In der deutschen Kulturlandschaft werden sich in absehbarer Zeit die bestehenden Konflikte mit dem Wolf verschärfen. Bleiben Annäherungen des Wolfs an den Menschen dauerhaft ohne Konsequenzen für die betreffenden Wölfe, ist mit An- und Übergriffen auch auf Menschen zu rechnen. Beispiele aus anderen europäischen Ländern zeigen, wie Wolfspopulationen reguliert werden können. Die Begrenzung der Wolfspopulation in Deutschland mit jagdlichen Mitteln wird erforderlich werden. Die Wolfsmanagementpläne der Bundesländer sind untauglich. Beispielsweise sehen sie keine Bestandsregulierung vor, obwohl diese zwingend erforderlich ist. Mit diesen Thesen, die sich größtenteils auch in seinem im August veröffentlichten und vielbeachteten Gutachten „Der Wolf - Stellungnahme zum Umgang mit dieser Tierart in der Kulturlandschaft Deutschlands“ finden, traf Prof. Pfannensteil den Nerv der Mehrzahl der Anwesenden.
Nach Auffassung des nachfolgenden Referenten, Gregor Beyer, Geschäftsführer des Forums Natur Brandenburg, gibt es in Deutschland bezüglich des Wolfs derzeit drei große „Lager“ der Meinungen: Hundertprozentiger Wolfsschutz, Wolf ausrotten, Wolfsbestand sinnvoll regulieren. Das Forum Natur Brandenburg ist eine Dachorganisation verschiedener Landnutzerverbände wie Bauernverband und Grundbesitzerverband. Das Forum tritt für ein sinnvolles jagdliches Regulieren des Wolfs ein. Beyer mahnte eine gute Öffentlichkeitsarbeit der in Sachen Wolf Betroffenen an und berichtete zum Beispiel von in Brandenburg landesweit durchgeführten "Wolfswachen". Der als dritter Redner vorgesehene Leiter des NABU-Wolfsbüros, Markus Bathen, hatte leider kurzfristig absagen müssen – oder „gekniffen“, wie mancher im Saal vermutete. So musste seinen Platz in der anschließenden, vom BAGJE-Vorsitzenden Jürgen Hammerschmidt moderierten Podiumsdiskussion Gunther Zschommler, Vorsitzender der LAGJE Sachsen, einnehmen, der aber freilich keine NABU-Positionen vertrat. Auch die Anwesenden konnte sich an der Diskussion beteiligen und machte davon rege Gebrauch.
Die Vorträge von Prof. Pfannenstiel und Beyer sowie das Gutachten von Prof. Pfannenstiel finden Sie im Mitgliederbereich dieser Internetseite unter "Info Jagd".
Abgerundet wurde die Veranstaltung durch einen interessanten Vortrag von Rechtsanwalt Jens Ole Senke (Berlin) über aktuelle rechtliche Herausforderungen an Jagdgenossenschaften sowie Informationen über die aktuellen Tätigkeitsschwerpunkte und Beratungsangebote von BAGJE und LAGJE´s.


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