Viele Mitbürger können sich heute kaum mehr ein eigenes Bild über die Tierhaltung auf landwirtschaftlichen Betrieben machen. Die Menschen wollen die Gewissheit haben, dass die Bauern bei der Lebensmittelerzeugung verantwortungsvoll mit den Tieren umgehen.

Wer weiß das besser als der erfahrene Landwirt und Tierhalter, der jeden Tag im Stall steht. Schließlich sind sein Erfolg und seine betriebliche Existenz in besonderem Maße von der Gesundheit und dem Wohlergehen der Tiere abhängig!

Auf den folgenden Seiten laden Sie Sachsens Landwirte ein, einen Blick in ihre Ställe zu werfen und am Wohlergehen der Tiere teilzuhaben.



Das „Leitbild Nutztierhaltung“ wurde von den Delegierten des Deutschen Bauernverbandes auf dem Deutschen Bauerntag am 27. Juni 2013 in Berlin verabschiedet.


Tierwohl GeflügelTierwohl Schwein

Tierwohl Rinder

			

Seifersbacher Land AG

Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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Das Wohl der Tiere – ein Grundanliegen des bewusst handelnden Landwirtes

Gesunde Tierbestände sind ein Grundanliegen der Landwirtschaft. Gerade die aktuelle Diskussion über den Einsatz von Antibiotika in unseren Tierbeständen zeigt, wie wichtig es ist, mit gesunden Tierbeständen den Arzneimitteleinsatz wesentlich zu reduzieren und somit einen Nachweis zu liefern, dass gesundes Fleisch auf die Ladentheken gebracht wird.

Die Sauenherde der Seifersbacher Marktfrucht GmbH wurde im Jahre 2007 neu aufgestallt, um mit gesunden Tieren optimale Voraussetzungen für die Ferkelaufzucht zu schaffen. Dabei ist es unser Ziel, den Antibiotikaeinsatz so niedrig wie möglich zu halten. Neben der Teilnahme am QS-System sind wir außerdem Teilnehmer an einem Qualitätsfleischprogramm. Dieses Programm wurde von einer Viehhandelsorganisation gemeinsam mit einem großen Unternehmen des Lebensmitteleinzelhandels initiiert. Die in der Sauenanlage der Seifersbacher Marktfrucht GmbH aufgezogenen Ferkel werden an Schweinemäster verkauft, die speziell für dieses Unternehmen Schweine mästen. Die Schweine werden in Schlachthöfen geschlachtet, die für dieses Qualitätsfleischprogramm zertifiziert wurden.

In der Sauenanlage in Seifersbach wird jährlich durch den TÜV Südwest ein zusätzliches Audit, speziell über die Einhaltung der Tierhaltungsverordnung und über die Anwendung von Medikamenten, erstellt. Ganz ohne Medikamente geht es in keinem Tierbestand, ob in der konventionellen Landwirtschaft oder auf den Biohöfen. Gerade bei Ferkeln ist eine genaue Tierbeobachtung und rechtzeitige Diagnostik notwendig, um Atemwegserkrankungen und aufkommendem Durchfall rechtzeitig begegnen zu können. Die Tierbetreuung muss auf besonders hohem Niveau erfolgen, ähnlich wie bei Kleinkindern. Dabei steht immer die Kontrolle der Haltungsbedingungen - wie Belegungsdichte, Temperatur der Stallungen und die Qualität der Luft - im Vordergrund, bevor Medikamente eingesetzt werden. Wir versuchen ständig den Medikamenteneinsatz zu reduzieren.

Es gibt alternative Möglichkeiten, wie z. B. der Einsatz von stallspezifischen Vakzinen bei der Ferkelaufzucht, die einen wesentlichen Beitrag zur Minimierung des Antibiotikaeinsatzes leisten. So gelingt es uns in unserer Schweinemastanlage in Berthelsdorf immer häufiger, Mastdurchgänge ohne jeglichen Medikamenteneinsatz zu den Schlachthöfen zu bringen.
Außerdem stellen wir in der Sauenherde die Säugezeit auf 28 Tage um. Dadurch bleiben die Ferkel länger an der Sau und werden dadurch widerstandsfähiger gegen Krankheitserreger.

Ullrich Kolbe
Vorstandsvorsitzender


Seifersbacher Land AG
Am Wald
09661 Rossau/OT Seifersbach
			

Schweinezucht Pappendorf GmbH & CO.KG

Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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2009 wurde die marode Schweinezuchtanlage im Striegistaler Ortsteil Pappendorf komplett entkernt, gereinigt und nach entsprechender Norm saniert, so dass sich die Tiere in der Anlage sichtlich wohl fühlen. Die Tiere in allen Altersklassen finden ausreichend Fress- und Tränkplätze sowie Beschäftigungsmöglichkeiten. Einen Besonderheit, welche sich vor allem in den Sommermonaten als sehr vorteilhaft für die Tiere erweist, ist die Tröpfchenbewässerungsanlage. Bei sommerlichen Außentemperaturen wird die Tropfanlage, welche sich versetzt ca. 1,5 m über dem Futtertrog der Tiere befindet, eingeschaltet. Die Tiere können sich je nach Empfinden in die Freßboxen legen und bekommen Wasser in den Nackenbereich getropft. Die sich ebenfalls über den Trögen befindliche Zuluftführung erzeugt dann im Zusammenhang mit der Tropfanlage eine Kühlung der Tiere. Das System wird von den Tieren sehr gerne angenommen.

Die Anlage wird regional gut akzeptiert. So wird beispielsweise die komplette Gülle an Agrargenossenschaften sowie private Bauern der Region geliefert.

Beim Hoffest zum 5-jährigen Bestehen der Anlage 2013 ging es in Pappendorf ruhig und interessiert zu. Neben ehemaligen Mitarbeitern kamen auch Berufskollegen sowie Anwohner aus Pappendorf und den umliegenden Gemeinden, welche mit großem Interesse verfolgten, wie moderne Schweinezucht heutzutage betrieben wird.

Marten Tigchelaar, Geschäftsführer

Schweinezucht Pappendorf GmbH & CO.KG
Mühlstraße 12
09661 Striegistal/OT Pappendorf
			

Agrargenossenschaft Schönberg e.G.

Tierwohl
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Die Flächen des Betriebes erstrecken sich von der Landesgrenze zu Thüringen im Nordwesten, bis an den westlichen Stadtrand der Töpferstadt Waldenburg. Nahezu im selben Ausdehnungsgebiet erstrecken sich neben den Ackerflächen auch Dauergrünland- und Weideflächen. Letztere werden in unserem Betrieb für die Aufzucht der Jungrinder in den Sommermonaten verwendet.
Während der Vegetationsperiode, von Anfang April bis, je nach Witterung, Mitte bis Ende Oktober, erfolgt die Beweidung von mehr als 100 Hektar Wiesen und Weiden mit zwei- bis dreihundert tragender Färsen. Je nach Alter der Tiere und Größe der Weideflächen erfolgt eine Unterteilung in mehrere kleinere Herden. Dieses Verfahren bietet den Tieren ein Höchstmaß an Bewegungsfreiheit und Frischluft sowie saftigen Gräsern und Kräutern. Von den Tieren nicht gefressene Pflanzen werden anschließend abgemulcht, um einen gleichmäßigen frischen Aufwuchs zu gewährleisten. Für die Tiere bietet diese Form der Grünlandnutzung wissenschaftlich belegbare Vorteile in punkto Gesundheit und Fitness. Betrieblich ist dies jedoch mit einem Mehraufwand an Arbeitskraft verbunden.

Agrargenossenschaft Schönberg e.G.
Hauptstraße 31
08393 Schönberg
			

Großenhainer Geflügelhof GmbH & Co.KG

Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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Eine tiergerechte Boden- und Freilandhaltung ist die Grundlage unseres familiengeführten Geflügelhofes. Unser Stall ”Wiesenblick“ zählt hinsichtlich artgerechter Tierhaltung, Umweltschutz und Technik zum deutschen Spitzenstand. So berücksichtigt ein spezielles Lichtregime die unterschiedlichen Bedürfnisse der Hennen: Ruhezonen haben rotes Licht, Bewegungszonen grünes Licht. Den Tieren steht jederzeit ein überdachter Wintergarten zur Verfügung. Darüber hinaus können sie acht Stunden pro Tag auf einer mit Hecken bewachsenen Auslauffläche ihre natürlichen Verhaltensweisen wie Scharren, Picken, Fliegen und Laufen ausleben.

Unsere Bemühungen wurden bereits mehrfach mit einem Landessieg für artgerechte Tierhaltung in der Freilandhaltung sowie durch das ”Kuratorium zur Förderung des ländlichen Raumes“ ausgezeichnet. Unser Augenmerk ist nicht allein auf die Haltung gerichtet, sondern in gleicher Weise auf den Geschmack. Mehr als zehn Goldmedaillen für besondere Eiqualität garantieren echten Eigenuss – Ei für Ei!

Dazu trägt unsere spezielle ”Großenhainer Futtermischung“ bei. Sie enthält einen hohen Getreideanteil und geringe Mengen hochwertiges Raps- oder Sonnenblumenöl, das dem Eidotter den besonderen Geschmack verleiht.

All dies ist Ansporn, weiterhin auf Qualitätssicherung zu setzen, z.B. durch:
• Tägliche Tierbestandskontrollen
• Aufschlagtests der Eier in der Packstelle
• Vierteljährliche Kontrolle auf Salmonellenfreiheit
• Freiwillige Kontrollen durch KAT, dem Verein für ”Kontrollierte Alternative Tierhaltung“

Alexander Riedel, Geschäftsführer

Großenhainer Geflügelhof GmbH & Co.KG
Wildenhainer Str. 110
01558 Großenhain
			

Landwirtschaftsbetrieb Grohmann, Gut Knatewitz

Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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Wir haben im Betrieb 65 Milchkühe und die dazu gehörige Nachzucht. Die Kälber kommen ein paar Tage nach der Geburt bis zu einem Alter von ca. 3 Monaten in eine Gruppe mit Weidegang, um sie schnellst möglich an den Weidezaun zu gewöhnen. So wird auch im Winter bei schönem Wetter Ausgang gewährt und wie man sieht, spielt auch dieser Nachwuchs gerne im Schnee.

Philipp Grohmann, Landwirtschaftsbetrieb Grohmann

Landwirtschaftsbetrieb Grohmann
Gut Knatewitz
Börlner Str. 11
04808 Lossatal OT Meltewitz
			

Agrargenossenschaft Langenchursdorf eG

Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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Auf den Wiesen und Weiden in unserem Territorium halten wir die ”Masse“ von 400 Kühen, vom Kalb bis zur Mutterkuh. Unsere Mutterkühe leben in mehreren Herden aufgeteilt für ca. 7 Monate auf der Weide. Hier werden Sie von unseren Mitarbeitern betreut. Sie kontrollieren die Herden auf Vollständigkeit, überwachen ihr Wohlbefinden, achten auf intakte Weideeinrichtungen und sorgen dafür, dass die Vorschriften zur Registrierung im zentralen Kuhmelderegister eingehalten werden. Zu Fressen gibt es, was auf der Weide heranwächst. Frisches Wasser kommt direkt aus dem Wasserwagen. Die geborenen Kälber bleiben während ihrer Kinderstube bei der Mutter. Ein Bulle auf der Weide sorgt für den Nachwuchs.

Wir halten unsere Mutterkühe naturnah und natürlich und das ohne Ökobetriebslabel. Einen Tierarzt sehen die Mutterkühe höchst selten und dann nur, wenn ein Tier richtig krank ist. Im Winter stehen unsere Mutterkühe im Stall. Die Gründe dafür sind nicht das Klima oder die Temperaturen, bei den sich die Mutterkühe sicher wohlfühlen würden. Nein, in den Wintermonaten können wir die Trinkwasserversorgung während der Frostperiode nicht gewährleisten. Außerdem würde die Grasnarbe auf der Weide im Winter zu sehr leiden.

Im Stall werden die Mutterkühe auf Stroh in großen Gruppenboxen mit freier Bewegung und Außenauslauf gehalten. Hier steht jeder Kuh eine Fläche von 8 Quadratmetern zur Verfügung. Kein Vergleich mehr zu früher, als die Tierhaltung noch mit dem Anketten der Tiere auf einer 2 Quadratmeter großen Standfläche erfolgte.
Auf Grund dessen, das unsere Mitarbeiter die einzigen Bezugspersonen unserer Mutterkühe sind, sollten Sie genügend Abstand zu den Tieren auf der Weide halten.

Rainer Stauch, Vorstandsvorsitzender

Agrargenossenschaft Langenchursdorf eG
Gewerbegebiet 7
09337 Callenberg
			

Schönberger Geflügelhof Weber GmbH & Co. KG

Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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Auf unserem Familienbetrieb leben die Hühner nach höchsten Haltungsstandards in 15 Abteilen mit bis zu 5000 Tieren je Einheit in vier klimatisierten Ställen. Zusätzlich haben unsere Legehühner täglich die Möglichkeit, bis zu 26,2 ha Weidefläche abzugrasen.

Tiergesundheit und Wohlbefinden der Hühner sind unsere obersten Maxime und stehen für Erfolg und hochwertige Qualität.
Mehrmalige Rundgänge von gelerntem Fachpersonal (Tierwirt/in FA Geflügel) sowie die ständige Kontrolle durch die Betriebsinhaber gehören zu den wichtigsten Arbeiten in unserem 20 köpfigen Team.

Der Großteil der gelegten Eier wird in der Region direkt verkauft, entweder über Wochenmärkte, kleine Lebensmittelgeschäfte oder an die bewusst einkaufenden Gastronomie.
Zudem beziehen wir das hochwertige Fertigfutter aus nahe gelegenen Futtermühlen, so dass die komplette Wertschöpfungskette auch bei uns in der Region bleibt.

Jürgen Weber, Geschäftsführer

Schönberger Geflügelhof Weber GmbH & Co. KG
Hauptstraße 7
08393 Schönberg
			

Wirtschaftshof Sachsenland Röhrsdorf/Wittgensdorf e.G.

Tierwohl
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Unser Schweinemaststall auf Tiefstreubasis bietet 1m? Platz für jedes Tier, angefangen vom Läufer mit 25 kg Lebendmasse (LM)bis hin zum ausgemästeten Schlachtschwein mit 115 kg LM. Die Boxen werden zweimal wöchentlich frisch eingestreut. Die Tiere haben ganztägig Zugang zu Tränke und Futtertrog, welche in ausreichender Zahl vorhanden sind (ein Trog für zehn Tiere und eine Tränke für neun Tiere). Damit sind Rangeleien um das Futter ausgeschlossen. Wasser und Futter werden den Tieren immer frisch angeboten.

Aufgrund dieser Haltungsbedingungen sind keine veterinärmedizinischen Behandlungen erforderlich. Es werden auch keine sonstigen Medikamente verabreicht, wobei unsere Tiere sehr gute Zunahmewerte von bis über 800g/Tier und Tag erreichen.

Gesunde, frohwüchsige, sauber und artgerecht gehaltene Tiere, die keinen Tierarzt brauchen, sprechen unserer Meinung nach für sich selbst.

Jens Hoffmann, Vorstandsvorsitzender

Wirtschaftshof Sachsenland Röhrsdorf/Wittgensdorf e.G.
Limbacher Straße 86
09247 Chemnitz/OT Röhrsdorf
			

Agraset Naundorf eG Naundorf bei Rochlitz

Tierwohl Tierwohl Tierwohl
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In unserem neugebauten Schweinemaststall fühlen sich die Tiere sichtlich wohl. Zum tiergerechten Fußboden kommen ausreichend Beschäftigungsmöglichkeiten, Fress- und Tränkplätze sowie viel Licht. Die Zuluftführung beinhaltet eine energetisch äußerst sparsame Klimatisierungsmöglichkeit durch Erdwärme im Winter und Erdkühlung in Verbindung mit Verdunstungskälte im Sommer.

Die regionale Akzeptanz wurde durch die problemfreie Genehmigung des Neubaus bewiesen, bei dem betriebliche (Schweinezucht) und natürliche Kreisläufe (ausreichend Flächen für eigenes Futter und die anfallende Gülle) zum Tragen kommen. Beim Tag der offenen Tür im Juni 2012 zeigte sich die territoriale Verbundenheit und Verwurzelung unserer Agrargenossenschaft mit den umliegenden Gemeinden an dem großen Interesse der Anwohner.

Jan Gumpert, Vorstandsvorsitzender

Agraset Naundorf eG Naundorf bei Rochlitz
Am Lagerhaus 1
09306 Erlau