Das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) und die Landwirtschaftliche Rentenbank haben am 8. Mai 2026 ein Liquiditätshilfeprogramm für landwirtschaftliche Betriebe mit einem Gesamtvolumen von 200 Millionen Euro angekündigt. Vorgesehen sind zinsvergünstigte Darlehen mit einer Laufzeit von drei Jahren. Bis zu einer Kredithöhe von 50.000 Euro je Betrieb ist kein gesonderter Nachweis des Liquiditätsbedarfs gegenüber der Rentenbank erforderlich. Der Programmstart ist für den 1. Juni 2026 vorgesehen.
Hintergrund ist der von der Europäischen Kommission verabschiedete befristete Beihilferahmen (METSAF) zur Unterstützung der EU-Wirtschaft im Zusammenhang mit der Nahostkrise.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) bewertet die Öffnung des Liquiditätssicherungsprogramms grundsätzlich positiv, weist jedoch zugleich darauf hin, dass Liquiditätskredite lediglich kurzfristige Hilfen darstellen und strukturelle Probleme der Betriebe nicht lösen können. Präsident Joachim Rukwied fordert daher weitergehende politische Entlastungen sowie die zügige Umsetzung struktureller Maßnahmen, insbesondere einer steuerlichen Risikorücklage.
Auch aus Sicht des SLB bleibt die wirtschaftliche Lage vieler Betriebe angespannt. Hohe Betriebsmittelkosten, niedrige Erzeugerpreise und der anhaltende internationale Wettbewerbsdruck belasten die landwirtschaftlichen Unternehmen weiterhin erheblich. Neben kurzfristigen Liquiditätshilfen sind daher auch marktstützende und strukturelle Maßnahmen erforderlich.
Weitere Informationen finden Sie im Rundschreiben 34/2026.
