SLB Logo
  • © Andreas Franke/DBV
17.08.2026

Dafür setzt sich der Bauernverband jetzt auf politischer Ebene ein

Zwischen Erntedruck und Existenzsicherung: SLB-Präsident wendet sich mit Brief an die Mitglieder

Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes e.V. (SLB), hat sich in einem Brief an die Mitgliedsbetriebe gewandt. Er zeichnet darin ein düsteres Bild der aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Landwirtschaft. Als Hauptgründe für die kritische Situation nennt er steigende Produktionskosten, niedrige Erzeugerpreise und Rahmenbedingungen, die zunehmend Unsicherheit statt Perspektive schaffen:
 
„Wir sollen mehr für Klima, Umwelt, Tierwohl und regionale Versorgung leisten, gleichzeitig aber unter Bedingungen produzieren, die vielfach keine auskömmliche Wertschöpfung ermöglichen. Diese Scheinheiligkeit der Rahmenbedingungen gefährdet die Zukunft unserer Landwirtschaft.“
 
Der Präsident fordert schnelle Entlastungen durch die Politik und formuliert sechs konkrete Maßnahmen, für die der SLB derzeit auf allen politischen Ebenen kämpft.
 
  • die vorzeitige und vor allem vollständige Auszahlung der GAP-Mittel bis zum Jahresende, damit Liquidität dort ankommt, wo sie dringend gebraucht wird;
  • die Einführung einer steuerfreien Risikoausgleichsrücklage sowie einer praktikablen Gewinnglättung, damit Betriebe besser für schwierige Jahre vorsorgen können;
  • die kurzfristige Bereitstellung staatlicher Finanzmittel für einen erhöhten Zinsabschlag sowie eine Verlängerung der Laufzeiten bestehender Programme der Landwirtschaftlichen Rentenbank;
  • die wirksame Nutzung der seit Juni laufenden Liquiditätsbeihilfe der Rentenbank mit zinslosen Darlehen als kurzfristige Unterstützung für betroffene Betriebe;
  • die unverzügliche Einleitung eines Beihilfe-Notifizierungsverfahrens, um mittelfristig Zinszuschüsse auch über die bestehenden De-minimis-Regelungen hinaus ermöglichen zu können;
  • die nationale Aufstockung der aus der Agrarreserve über das Düngemittelhilfspaket bereitgestellten EU-Mittel von 60 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro sowie eine zeitnahe und möglichst unbürokratische Auszahlung.

Gleichzeitig verweist Torsten Krawczyk auf die Bedeutung hartnäckiger Interessenvertretung: Gemeinsam mit Partnern habe man nach jahrelangem juristischem Ringen die Roten Gebiete in Sachsen gekippt. Zudem ruft er die Landwirte zum Zusammenhalt auf, um den Druck auf die Entscheidungsträger zu erhöhen.
 
Der Brief des SLB-Präsidenten zum Nachlesen:
Unsere Arbeit für die Landwirtschaft
 

Ansprechpartner
© fotografieren24

Diana Henke

Hauptgeschäftsführerin
Telefon0351 262536 19
Mobil0172 3535262