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05.03.2026

Heimische Schweinehaltung vor dem Kipppunkt

Sächsische Bauern fordern sofortige politische Maßnahmen

Weinböhla, 5. März 2026. Anlässlich des 4. Sächsischen Bauerntages appellieren der Sächsische Landesbauernverband e.V., die Interessengemeinschaft Schweinehalter Sachsen und die Erzeugergemeinschaft Qualitätsfleisch Taubenheim w.V. an Sachsens Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft Georg-Ludwig von Breitenbuch die kommende Frühjahrs-Agrarministerkonferenz vom 18. bis 20. März 2026 in Bad Reichenhall zu nutzen, um die Zukunft der heimischen Schweineproduktion zu sichern. Zum Bauerntag wird dem Minister ein konkretes Forderungspapier übergeben, das die wichtigsten Maßnahmen klar benennt.

„Unsere Schweinehalter sind bereit, in Tierwohl, Klimaschutz und moderne Stalltechnik zu investieren. Was sie nicht mehr tragen können, sind ständig neue Auflagen ohne wirtschaftliche Perspektive. Wenn die Politik jetzt nicht gegensteuert, verlieren wir weitere Betriebe – und mit ihnen regionale Versorgungssicherheit und Wertschöpfung“, sagt Torsten Krawczyk, Präsident des Sächsischen Landesbauernverbandes e. V. (SLB).

Fünf zentrale Forderungen an die Agrarministerkonferenz 2026

  1. Bestandsschutz für Altanlagen: Umsetzung der TA-Luft ohne unverhältnismäßige Nachrüstpflichten für bestehende Ställe.
  2. Basisförderung für Stallumbauten: Offene Förderprogramme für alle Rechtsformen und Unternehmensstrukturen, um regionale Betriebe zu erhalten.
  3. Abschaffung des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes: Einführung einer verbindlichen Herkunftskennzeichnung („5xD“) entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
  4. Vereinfachte Genehmigungsverfahren: Schnelle Genehmigung von Stallum- und neubauten, die dem Tierwohl dienen und keine zusätzlichen Tierplätze schaffen.
  5. Interoperables Datensystem: Einheitliche digitale Datenstruktur zur einmaligen Erfassung von Betriebs- und Produktionsdaten und spürbarer Bürokratieentlastung.

Hintergrund

Die Zahl der schweinehaltenden Betriebe und insbesondere der Zuchtsauenbestände ist seit 2015 um rund ein Drittel gesunken. Verschärfte Anforderungen der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, steigende Platzvorgaben und die Vorgaben der TA-Luft führen zu massiven Investitionszwängen. Viele Umbauten erfordern Neubauten außerhalb bestehender Stallhüllen. Ohne finanzielle Unterstützung, praxisgerechte Genehmigungsverfahren und verlässliche Förderinstrumente droht ein weiterer Verlust regionaler Wertschöpfung und Versorgungsfähigkeit.

Die Verbände betonen, dass die aktuelle Gesetzeslage für Altanlagen unverhältnismäßig ist und der Bürokratieabbau nur durch praktikable, einheitliche Datenstrukturen erreicht werden kann. Gleichzeitig müsse die heimische Schweineproduktion durch eine klare Herkunftskennzeichnung gestärkt werden.

Die sächsischen Schweinehalter erwarten daher, dass ihre Anliegen geschlossen und mit Nachdruck in die Beratungen der Agrarministerkonferenz eingebracht werden, um die Zukunft der Branche nachhaltig zu sichern.

Ansprechpartner

Alin Rößler

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon0351 26253644
Mobil0172 2370590