Auf Initiative des Bayerischen Bauernverbandes (BBV) haben am 24. September rund 500 Landwirte in Würzburg demonstriert – und damit ein deutliches Zeichen gesetzt. Anlass war die Agrarministerkonferenz (AMK). Die Agrarminister der Bundesländer treffen sich mit Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) vom 23. bis zum 25. September zu ihrer Herbstkonferenz in der Stadt am Main.
„Die Betriebe brauchen angesichts von hohen Energie- und Betriebsmittelkosten, schwierigen Märkten sowie den Folgen von Hitze und Trockenheit jetzt konkrete Entlastungen. Die Dieselkosten müssen gesenkt werden – und zwar jetzt“, forderte BBV-Präsident Günther Felßner bei der Kundgebung. Der Bauernverband fordert unter anderem die vollständige Agrardieselentlastung von 21,48 Cent je Liter für den Verbrauch 2025, weitere Entlastungen bei den Energiekosten sowie 500 Millionen Euro Bundeszuschuss zur Landwirtschaftlichen Unfallversicherung.
Zugleich richtete sich der Blick nach Brüssel. Für die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) 2028 bis 2034 forderte der BBV mindestens 500 Milliarden Euro EU-Agrarmittel, eine hohe Einkommenswirksamkeit, weniger Bürokratie und eine starke erste und zweite Säule. Auch bei Handelsabkommen, Düngerecht, Tierhaltung, Pflanzenschutz, Naturwiederherstellungsverordnung und erneuerbaren Energien braucht es aus Sicht des Verbandes verlässliche und praxistaugliche Rahmenbedingungen.
„Die Landwirtschaft hängt am seidenen Faden. Aber nicht nur die Landwirtschaft. Am Schluss hängt die Zukunft unseres Landes, Europas, die Sicherheit, der Wohlstand am seidenen Faden. Und wenn die Landwirtschaft leidet, dann sind die anderen Bereiche alle nicht lösbar. Deswegen brauchen wir heute Beschlüsse für die Zukunft der Landwirtschaft in Bayern, in Deutschland und in Europa auf dieser Agrarministerkonferenz“, so Günther Felßner.
Der Deutsche Bauernverband e.V. (DBV) hat die Agrarminister der Länder und Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer anlässlich ihres Treffens in einem Anliegenpapier aufgefordert, die aktuelle wirtschaftliche Lage der landwirtschaftlichen Betriebe in den Mittelpunkt ihrer Beratungen zu stellen. „Entscheidend ist, dass notwendige Entlastungen jetzt bei den landwirtschaftlichen Betrieben ankommen“, sagte DBV-Vizepräsident Karsten Schmal bei der Kundgebung in Würzburg. Die AMK müsse ein deutliches Signal für die wirtschaftliche Stabilisierung der heimischen Landwirtschaft setzen und bestehende europäische Handlungsspielräume konsequent nutzen, so etwa die Aufstockung des EU-Düngemittel-Hilfspakets um 120 Millionen Euro.
Das Anliegenpapier des DBV:
AMK_September 2026
Die klare Botschaft aus Würzburg lautet: Landwirtschaft braucht Perspektive – durch weniger Belastungen, faire Wettbewerbsbedingungen und eine starke Agrarpolitik. Der DBV erwartet von der Agrarministerkonferenz klare Signale für die wirtschaftliche Stabilisierung der Land- und Forstwirtschaft.
Zu der Kundgebung waren Landwirte, Junglandwirte und Vertreter landwirtschaftlicher Organisationen zusammengekommen. Anschließend führte ihr Demonstrationszug direkt am Tagungsort der AMK vorbei. Unter anderem stellte sich Bayerns Agrarministerin Michaela Kaniber (CSU) als Vorsitzende der Agrarministerkonferenz den protestierenden Bauern. (BBV/kno)