Ob die gemeinsame Anlage von mehrjährigen Blühstreifen an Feldrändern oder die Schaffung von Gewässerrandstreifen zum Schutz der Wasserqualität – Beispiele für kooperative Agrarumweltmaßnahmen gibt es viele. Die Idee dahinter: Mehrere landwirtschaftliche Betriebe schließen sich zusammen, um Umwelt-, Klima- und Naturschutzleistungen gemeinsam und über ihre Betriebsgrenzen hinweg zu planen und umzusetzen. Das Ziel: Größere, zusammenhängende ökologische Flächen schaffen und gleichzeitig die Antragstellung vereinfachen.
In den Niederlanden sind Kooperativen in der Landwirtschaft schon länger verbreitet. Für Deutschland entwickeln Wissenschaft und Praxis aktuell ein Modell, mit dem Landwirte Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen kooperativ umsetzen können.
Um herauszufinden, wie Landwirte bundesweit auf solche Kooperativen blicken, haben Forscher des Johann Heinrich von Thünen-Instituts eine Online-Umfrage erstellt. Diese richtet sich an alle Landwirte – unabhängig davon, ob sie bereits Erfahrungen mit solchen Maßnahmen gesammelt haben oder nicht. Interessiert sind die Forscher vor allem daran, wie bekannt kooperative Agrarumweltmaßnahmen sind, welche Chancen und Herausforderungen Betriebe sehen und unter welchen Bedingungen eine Teilnahme für sie infrage kommt.
Die Teilnahme an der Umfrage dauert etwa 10 bis 15 Minuten. Sie ist anonym und läuft noch bis zum 7. August.
Bisher haben schon 780 Landwirte aus ganz Deutschland teilgenommen.
Hier geht es zur Umfrage.
Die Befragung ist Teil des Forschungsprojekts Modell Naturschutz-Kooperativen – kurz MoNaKo. Unter der Leitung des Deutschen Bauernverbandes e.V. (DBV) werden derzeit in vier Bundesländern Naturschutz-Kooperativen nach niederländischem Modell erprobt und umgesetzt – in Rheinland-Pfalz, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das Thünen-Institut führt die Begleitforschung durch.
Je mehr Landwirte an der Umfrage teilnehmen, desto aussagekräftiger sind die Ergebnisse. Diese fließen direkt in Handlungsempfehlungen für die Agrarumweltförderpolitik in EU, Bund und Ländern für die GAP nach 2027 ein. Auch Betriebe in Sachsen sollten die Gelegenheit nutzen, ihre Erfahrungen und Einschätzungen einzubringen.
Hintergrund: Das Johann Heinrich von Thünen-Institut ist das Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei. Ziel der Forschung ist es, Konzepte einer nachhaltigen, ökologisch verträglichen und wettbewerbsfähigen Land- und Ernährungswirtschaft, Forst- und Holzwirtschaft sowie Seefischerei und Aquakultur zu entwickeln. Das Institut forscht für Politik und Gesellschaft in 15 Instituten mit fast 1.200 Beschäftigten in Norddeutschland.