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26.08.2026

Sachsen erleben, Landwirtschaft verstehen: Der WLV zu Gast beim SLB

Spitzen aus Westfalen-Lippe erleben Austausch, Betriebsbesuche und politische Einblicke

Es waren eineinhalb Tage voller Gespräche, Betriebsbesuche, politischer Einblicke und persönlicher Begegnungen: Am 24. und 25. August 2026 waren Hubertus Beringmeier, Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV) und Veredlungspräsident des Deutschen Bauernverbandes e.V. (DBV), sowie der WLV-Hauptgeschäftsführer Dr. Thomas Forstreuter beim Sächsischen Landesbauernverband e.V. (SLB) zu Gast. Im Mittelpunkt standen die sächsische Landwirtschaft, die Entwicklung der Verbände und die vielen Herausforderungen, die Landwirte und Berufsvertretungen heute gleichermaßen beschäftigen.

Bei Gesprächen in der Hauptgeschäftsstelle des SLB in Dresden wurde schnell deutlich, dass die Verbandsarbeit trotz unterschiedlicher landwirtschaftlicher Strukturen vor ähnlichen Fragen steht. Wie verändert sich das Ehrenamt? Wie gelingt es, Menschen für die Verbandsarbeit zu gewinnen und dauerhaft zu begeistern? Und wie muss sich ein moderner Berufsverband weiterentwickeln, um auch künftig eine starke Stimme für die Landwirtschaft zu sein? Der Austausch darüber war offen, intensiv und lebendig – und bot viele Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit.
 

Landwirtschaft hautnah: Besuch bei der Agrargenossenschaft Ebersbach

In Ebersbach empfing Oliver Schmidt, Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Ebersbach und Vorsitzender der Erzeugergemeinschaft „Qualitätsfleisch“ Taubenheim, die Gäste. Zunächst stellte Oliver Schmidt seinen Betrieb und dessen verschiedene Standbeine vor. Gerade die Schweineproduktion steht unter erheblichem Druck. Der Betrieb hat seine Schweinebestände bereits reduziert. Gleichzeitig wird es zunehmend schwieriger, qualifizierte Mitarbeiter zu finden – eine Herausforderung, die inzwischen viele landwirtschaftliche Betriebe beschäftigt. 
 
Am zweiten Tag ging es spontan in den Sächsischen Landtag. Landtagspräsident Alexander Dierks nahm sich Zeit. Im Gespräch mit MdL Andreas Heinz blickte man auf die Zeit der politischen Wende und die tiefgreifenden Veränderungen in der Landwirtschaft nach 1990 zurück: auf die Auflösung und Umstrukturierung der LPGs, die Entstehung und Entwicklung der Agrargenossenschaften sowie die Wege der Wiedereinrichter und neu gegründeten landwirtschaftlichen Betriebe. Dabei wurde deutlich, wie tiefgreifend der Wandel in den Jahren war.
 

Landwirtschaft hautnah: Besuch bei der Agrargenossenschaft Ebersbach

Auf dem Milchhof Diera in Diera-Zehren begrüßte Marko Schlunke Hubertus Beringmeier und Dr. Thomas Forstreuter und gab einen sehr persönlichen Einblick in die Entwicklung seines Unternehmens. Was als Mehrfamilienbetrieb begann, hat sich über die Jahre zu einem modernen und leistungsfähigen Milchviehunternehmen entwickelt, zu dem heute rund 1.600 Milchkühe und 120 Jersey-Kühe gehören. Doch Größe allein macht noch nicht erfolgreich. Gerade deshalb war der Blick auf unternehmerische Risiken, Investitionsentscheidungen, die langfristige Planung des Betriebes, Energiegewinnung und Öffentlichkeitsarbeit spannend. 
 
Der Besuch zeigte, wie wertvoll der persönliche Austausch über Ländergrenzen hinweg ist. Die Gäste reisten mit vielen Eindrücken der sächsischen Landwirtschaft zurück nach Westfalen-Lippe. Und mit der Erkenntnis, dass der Blick über den eigenen Tellerrand nicht nur interessant ist, sondern neue Perspektiven für die gemeinsame Arbeit eröffnet. (dh)

Mehr lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Agrar Aktuell.

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Andreas Jahnel

Referatsleiter Acker- und Pflanzenbau, Erneuerbare Energien und Nachwachsende Rohstoffe, Agrarförderung, Ökolandbau, Umwelt
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