Der Sächsische Landesbauernverband e. V. (SLB) sieht sich durch die aktuelle Studie „Auswirkungen des GAP-Reformvorschlags auf Sachsen – Analyse von Kappung und Degression sowie der grünen Architektur“ in seiner bisherigen Kritik an den Vorschlägen der EU-Kommission zu Kappung und Degression deutlich bestätigt.
Die Untersuchung zeigt, dass Sachsen aufgrund seiner historisch gewachsenen Agrarstruktur in besonderem Maße betroffen wäre. Insbesondere leistungsfähige, beschäftigungsintensive und regional verankerte größere Betriebe müssten erhebliche Einkommensverluste hinnehmen. Die Folgen wären spürbare Wettbewerbsnachteile, Rückgänge bei Wertschöpfung und Beschäftigung sowie erhebliche Verwerfungen im ländlichen Raum.
Der SLB unterstützt als Mitglied des Deutschen Bauernverbandes e.V. (DBV) ausdrücklich die aktuelle Positionierung des DBV. Der Vorsitzende des DBV-Fachausschusses Agrarpolitik, Karsten Trunk, hatte am 22. Mai erklärt, dass Kappung und Degression ein agrarpolitischer Irrweg seien und Strukturbrüche in der Landwirtschaft verhindert werden müssten.
Aus Sicht des Bauernverbandes dürfe die neue GAP nicht zu Strukturbrüchen in der Landwirtschaft führen. Erforderlich seien vielmehr verlässliche und einkommenswirksame Instrumente für alle aktiven Betriebe sowie Planungssicherheit für Investitionen und Beschäftigung im ländlichen Raum. Die künftige GAP müsse Wettbewerbsfähigkeit, Versorgungssicherheit und nachhaltige Entwicklung gleichermaßen stärken. Pauschale Kürzungen nach Betriebsgröße würden keine Probleme lösen, sondern neue schaffen.
Hintergrund:
Die Studie „Auswirkungen des GAP-Reformvorschlags auf Sachsen – Analyse von Kappung und Degression sowie der grünen Architektur“ ist über den Sächsischen Landtag hier verfügbar. Aus landwirtschaftlicher Sicht ist dabei klar: Die Studie liefert wichtige Hinweise zu den Auswirkungen von Kappung und Degression, enthält jedoch zugleich Bewertungen etwa zur Kofinanzierung von Direktzahlungen oder zur sozialen Konditionalität, die der SLB in dieser Form aus Sicht des Berufsstandes ausdrücklich nicht teilt.

