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09.07.2026

Pro-Regio Sachsen: SLB macht sich für regionale Wertschöpfung stark

Neue Servicestelle will Landwirtschaft, Handel und Gastronomie näher zusammenbringen

Mit seiner Auftaktveranstaltung am 7. Juli 2026 hat das Projekt Pro-Regio Sachsen im Beisein von Vertretern des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) seinen operativen Start markiert. Pro-Regio Sachsen ist eine neue Servicestelle des Sächsischen Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG). Sie unterstützt landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Direktvermarkter, Lebensmittelhandwerk, Handel und Gastronomie dabei, regionale Produkte stärker in sächsische Absatzwege zu bringen.

Getragen wird das Projekt durch die ARGE Sächsisch Gut eG und den Sächsischen Landesbauernverband e. V. Zu den zentralen Projektpartnern im Führungsteam gehören der DEHOGA Sachsen e. V., der Heimatgenuss Mitteldeutschland e. V. sowie weitere Fachpartner aus Landwirtschaft, Verarbeitung und Vermarktung. Die Servicestelle bietet Beratung, Kooperationsanbahnung, Marktanalysen, Praxisbegleitung und ab Herbst des Jahres acht regionale Bildungsformate zu den landwirtschaftlichen Schwerpunktbranchen in allen sächsischen Kernregionen. Ziel ist es, regionale Wertschöpfung zu stärken, kurze Lieferwege auszubauen und neue Kooperationen entlang der Lebensmittelkette zu fördern.

Sirko Hornung, Projektleiter Pro-Regio Sachsen: „Gerade dort, wo kleine und mittlere Betriebe mit innovativen Produkten und Konzepten entstehen oder wachsen, entscheidet häufig die Praxis der Umsetzung – also konkrete Prozesse, Kontakte, Kalkulationen und belastbare Abläufe – über Erfolg oder Misserfolg.“

Warum die Verknüpfung der Institutionen entscheidend ist
Die beteiligten Institutionen decken unterschiedliche Teile der Wertschöpfungskette ab: Landwirtschaft, Verarbeitung, Handwerk, Handel und Gastronomie. Erst durch die Verbindung dieser Bereiche entstehen funktionierende regionale Lieferbeziehungen. Ein Beispiel: Ein landwirtschaftlicher Betrieb kann ein neues Produkt entwickeln – doch ohne passende Verarbeitungspartner, Logistik und Abnehmer bleibt es oft im Regal. Pro-Regio Sachsen schließt diese Lücken, indem es Betriebe zusammenführt, Prozesse begleitet und wirtschaftliche Kooperationen ermöglicht.

Mehrwert der acht regionalen Bildungsformate
Die acht Bildungsformate in den sächsischen Kernregionen greifen die wichtigsten landwirtschaftlichen Schwerpunktbranchen Sachsens auf. Sie bieten praxisnahe Unterstützung zu Themen wie Sortimentsaufbau, Kalkulation, Produktentwicklung, Lieferfähigkeit oder regionaler Beschaffung. Damit entsteht erstmals ein landesweites, strukturiertes Angebot, das regionale Wertschöpfung nicht nur erklärt, sondern konkret begleitet – von der Idee bis zur Umsetzung.

Ein zentrales Leitmotiv des Projekts formuliert Diana Henke, Hauptgeschäftsführerin des Sächsischen Landesbauernverbands e. V.: „Regionalität ist mehr als ein Trend. Sie steht für Vertrauen, Qualität und Wertschöpfung vor Ort. Mit Pro-Regio Sachsen schaffen wir praktische Verbindungen zwischen denen, die Lebensmittel erzeugen, und denen, die sie täglich für Gäste und Gemeinschaftsverpflegung auf den Teller bringen.“

Leistungen der Servicestelle
Pro-Regio Sachsen bietet ein breites Spektrum an praxisnahen Leistungen:
• Betriebsberatung zu Beschaffung, Vermarktung, Kalkulation und Sortimentsaufbau
• Praxisbegleitung bei neuen Liefer- und Abnahmevereinbarungen
• Kooperationsanbahnung entlang regionaler Wertschöpfungsketten
• Monitoring & Marktanalysen
• Schulungen und regionale Bildungsformate in je acht sächsischen Regionen
• Weiterverarbeitung der Ergebnisse, Erfahrungen und Meilensteine der Sächsischen Agentur für Regionale Lebensmittel (AgiL, 2021-2026)
• Unterstützung bei regionalen Initiativen, Events und Öffentlichkeitsarbeit

Pro-Regio Sachsen: Aufbauend auf AgiL – klar fokussiert auf die Zukunft
Pro-Regio Sachsen knüpft an die Arbeit der Sächsischen Agentur für Regionale Lebensmittel (AgiL, 2021–2026) an und führt deren Ergebnisse, Erfahrungen und Netzwerke konsequent weiter. Unter einem eigenen, bald veröffentlichten Webauftritt, arbeitet das Pro-Regio Sachsen-Team die AgiL-Inhalte nicht nur fort, sondern vertieft sie gezielt – mit gezielter Ausrichtung auf die Sächsischen Kernbranchen und Kernregionen und stärkerem Fokus auf Beratung, Kooperationen, Lieferbeziehungen und praktische Umsetzung in den Regionen.

Zum Hintergrund:
Der Auftakttermin am 7. Juli 2026 in Erlau brachte zentrale Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) sowie des Landesamts für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) mit dem Projektteam von Pro-Regio Sachsen zusammen. Aus dem SMUL nahmen Henning Kuschnig (Referatsleiter, Referat 32 Regionale Wertschöpfung, Ökolandbau) und Wilhelm Jennissen (Referent, Referat 32) teil. Das LfULG war vertreten durch Andrea Gößl (Referatsleiterin, Referat 21 Grundsatzangelegenheiten), Catrina Kober (Referentin, Referat 21) und Stefan Mansfeld (Sachbearbeiter, Referat 21).

Das Projektteam von Pro-Regio Sachsen war mit Projektleiter Sirko Hornung, seiner Stellvertreterin Ute Nebelung, dem Fachverantwortlichen der ARGE Sächsisch Gut eG, Jan Gumpert als Geschäftsführer der Genießergenossenschaft Sachsen, Robert Hörig vom Sächsischen Landesbauernverband e. V., dem DEHOGA Geschäftsführer Axel Klein, Christine Klauder und Dr. Dieter Heider vom Leitungsteam des Heimatgenuss Mitteldeutschland e.V. sowie weiteren Vertretern der Partnerverbände anwesend. Gemeinsam gaben sie Einblicke in die operative Ausrichtung der neuen Servicestelle und die geplanten Maßnahmen zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten.

Besuchte Orte und Einblicke in regionale Wertschöpfung
Die Gäste besichtigten das Projektbüro in Erlau bei der Agraset Naundorf eG, einen Betrieb, der Pflanzenproduktion, Tierhaltung, Verarbeitung und Vermarktung in regionale Kreisläufe integriert. Anschließend folgte ein Besuch der Genießergenossenschaft Sachsen, die beispielhaft zeigt, wie Tierwohl, Nachhaltigkeit und regionale Lebensmittelproduktion zusammenwirken.

Die Genießergenossenschaft steht für ein innovatives Haltungskonzept, das kurze Wege und hohe Transparenz ermöglicht. Jan Gumpert, Geschäftsführer Genießergenossenschaft Sachsen: „Ein unmittelbar angrenzendes Schlachthaus erspart den Tieren am Ende ihres Lebens einen stressigen, mitunter mehrstündigen Transport.“ Das Modell wurde 2024 mit dem Innovationspreis Tierwohl ausgezeichnet und gilt als beispielhafte regionale Wertschöpfung vom Ferkel über das Futter bis zur Verarbeitung.

Einordnung und Zielsetzung
Pro-Regio Sachsen ist ein landesweites Projekt des SMUL zur Förderung nachhaltiger regionaler Wertschöpfungsketten in der Land- und Ernährungswirtschaft. Es reagiert auf zentrale Herausforderungen wie fehlende Logistikstrukturen, begrenzte Großhandelszugänge, Informationsdefizite und die Notwendigkeit, regionale Produkte stärker sichtbar zu machen.
Im Auftrag des LfULG unterstützt Pro-Regio Sachsen landwirtschaftliche Betriebe, Verarbeiter, Direktvermarkter, Lebensmittelhandwerk, Handel, Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung. Ziel ist es, regionale Produkte in allen relevanten Absatzwegen zu stärken – vom Hofladen über den Einzelhandel bis zur Verarbeitung und Außer-Haus-Verpflegung. Die Umsetzung erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft Sächsisch Gut eG und den Sächsischen Landesbauernverband e. V. Zu den Hauptprojektpartnern gehören der DEHOGA Sachsen e. V., der Heimatgenuss Mitteldeutschland e. V. sowie weitere Projektpartner und Unterauftragnehmer, regionale Fachverbände, Logistik- und Vermarktungspartner sowie Experten aus Landwirtschaft und Lebensmittelwirtschaft ergänzt durch Fachverbände, Logistik- und Vermarktungspartner wie z.B. Genoverband e.V. über Marcus Lasch und der agra Veranstaltungs GmbH.

Für Axel Klein, Geschäftsführer des DEHOGA Sachsen, ist die Bedeutung regionaler Produkte für die sächsische Gastronomie zu einem zentralen Qualitätsversprechen geworden: „Regionale Produkte sind für unsere Gäste längst kein Zusatzangebot mehr – sie sind ein entscheidender Qualitätsfaktor. Wer nach Sachsen reist, möchte Sachsen auch schmecken. Genau deshalb ist Pro-Regio Sachsen so wichtig. Das Projekt bringt Landwirte, Lebensmittelhandwerk, Produzenten und Gastronomie an einen Tisch und schafft neue regionale Lieferbeziehungen.
Davon profitieren alle: Die Betriebe erhalten verlässliche Absatzmöglichkeiten, unsere Gastgeber können regionale Qualität anbieten und die Wertschöpfung bleibt in Sachsen. Als DEHOGA Sachsen sehen wir darin eine große Chance, die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gastronomie zu stärken und gleichzeitig unsere Regionen attraktiver zu machen – für Einheimische ebenso wie für Gäste.“

Als jemand, der seit Jahren regionale Genusskultur sichtbar macht, sieht Christine Klauder, Leiterin von Heimatgenuss Mitteldeutschland, in Pro-Regio Sachsen eine echte Chance, gemeinsam mit starken Partnern und Verbänden die Genussstärken des Landes zu verbinden und weiterzuentwickeln: „Sachsen vereint auf knapp 18.450 Quadratkilometern rund 14.000 Unternehmen der Agrar-, Ernährungs- und Gastronomiewirtschaft. Mit Pro-Regio Sachsen bündeln wir die Stärke führender Branchenverbände: Der Sächsische Landesbauernverband mit rund 4.600 Mitgliedern, der DEHOGA Sachsen mit rund 2.100 Mitgliedsbetrieben, Heimatgenuss mit über 700 Partnern sowie Sächsisch-Gut als Vermarktungsgemeinschaft großer sächsischer Agrargenossenschaften. Gemeinsam schaffen wir eine einzigartige Plattform für Beratung, Vernetzung und regionale Wertschöpfung. Unser Ziel ist eine echte Qualitätsoffensive, die Landwirtschaft, Lebensmittelhandwerk und Gastronomie stärkt sowie Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit, biologischen Anbau und konventionelle Landwirtschaft zusammen denkt.“

Das Projekt läuft vom 1. Juli 2026 bis Ende 2027 und wird durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts finanziert. Pro-Regio Sachsen arbeitet im Auftrag des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie.

Ansprechpartner

Alin Rößler

Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Telefon0351 26253644
Mobil0172 2370590