Anlässlich der 106. Umweltministerkonferenz (UMK) in Leipzig haben die sächsischen Land-, Forst- und Fischereiverbände ein gemeinsames Positionspapier zur Europäischen Wiederherstellungsverordnung (W-VO) übergeben. Darin sprechen sich die Verbände für eine grundlegende Überarbeitung der Verordnung auf europäischer Ebene aus. Gefordert werden insbesondere realistischere Ziele, eine verlässliche Finanzierung sowie eine stärkere Ausrichtung auf freiwillige und kooperative Maßnahmen.
Der Sächsische Landesbauernverband (SLB) und der Deutsche Bauernverband (DBV) unterstützen ausdrücklich die Ziele des Natur- und Umweltschutzes. Gleichzeitig warnen sie eindringlich vor den massiven Auswirkungen der derzeitigen Ausgestaltung der Verordnung auf die landwirtschaftliche Praxis. Aus Sicht der Verbände drohen erhebliche Einschränkungen bei der Flächennutzung, zusätzliche Bürokratie, unklare Vorgaben und hohe finanzielle Belastungen für land- und forstwirtschaftliche Betriebe. Zudem fehle es weiterhin an belastbaren Datengrundlagen sowie an einer ausreichenden Beteiligung der Betroffenen.
Für den SLB trug Vizepräsident Gunther Zschommler die Position der Landwirtschaft auf der Umweltministerkonferenz vor. Er verwies darauf, dass bäuerliches Wirtschaften und Naturschutz seit Jahrhunderten Hand in Hand gehen. „Gerade im Erzgebirge bewirtschaften Bauernfamilien seit Generationen die Kulturlandschaft im Einklang mit der Natur. Dass sich Arten wie Milan und Schwarzstorch dort wohlfühlen und wieder angesiedelt haben zeigt, dass Landwirtschaft und Naturschutz gemeinsam funktionieren können“, erklärte Zschommler.
Zugleich machte er deutlich, dass erfolgreicher Naturschutz nur kooperativ mit den Landnutzern umgesetzt werden könne. „Naturschutz darf nicht über zusätzliche Verbote und Einschränkungen erfolgen. Er muss gemeinsam mit den Menschen vor Ort gestaltet werden und braucht eine verlässliche finanzielle Ausstattung. Nur wenn Maßnahmen praktikabel sind und wirtschaftlich mitgetragen werden können, werden sie dauerhaft erfolgreich sein“, so Zschommler weiter.
Auch der Deutsche Bauernverband fordert eine grundlegende Überarbeitung der Naturwiederherstellungsverordnung in Brüssel. Aus Sicht des DBV würden die bisherigen Vorgaben erhebliche Auswirkungen auf die Flächennutzung haben. Notwendig seien daher realistischere Ziele, eine verlässliche Finanzierung sowie eine stärkere Ausrichtung auf freiwillige und kooperative Maßnahmen. Zudem müsse die Balance zwischen Umweltzielen und landwirtschaftlicher Produktion gewahrt bleiben, um Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit und Zukunftsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft sicherzustellen.
Die Verbände appellieren deshalb an den Freistaat Sachsen und die Bundesregierung, sich auf europäischer Ebene für deutliche Nachbesserungen der Verordnung einzusetzen.
Das vollständige Positionspapier der Verbände steht als PDF hier zum Download bereit.
Das gemeinsame Anliegenpapier des DBV und SLB lesen Sie hier nach.

