Traditionell zum Saisonernteauftakt hatten der Sächsische Landesbauernverband e.V. und das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft (SMUL) zu einer gemeinsamen Pressekonferenz eingeladen. Sie fand am 1. Juli 2026 auf dem Gelände der Agrargenossenschaft Doberschütz e.G. statt. SLB-Hauptgeschäftsführerin Diana Henke begrüßte unter anderem Staatsminister Georg-Ludwig von Breitenbuch, SLB-Präsident Torsten Krawczyk, den Geschäftsführer der Agrargenossenschaft Michael Haselhoff, den RBV-Vorsitzenden Tilo Bischoff sowie die sächsische Erntekönigin Jaqueline I.
Im Mittelpunkt standen die Erwartungen zur diesjährigen Ernte sowie die zunehmend herausfordernde wirtschaftliche Lage der Landwirtschaft – denn die Herausforderungen liegen längst nicht mehr nur auf im Feld. Steigende Produktionskosten, sinkende Erzeugererlöse, Bürokratie und eine schwer kalkulierbare Agrarpolitik setzen den Betrieben massiv zu. Besonders eindrucksvoll zeigte sich die Situation am Gastgeberbetrieb der Pressekonferenz. Auf einer Betriebsgröße von rund 4.000 Fußballfeldern betreibt die Agrargenossenschaft Doberschütz e.G. Ackerbau, Milchvieh- und Schweinehaltung auf höchstem Niveau. Etwa 70 Familien leben direkt von der Genossenschaft, die seit 70 Jahren Verantwortung für die Region trägt. Mit Spitzenleistungen in der Milchproduktion, geschlossenen Tierbeständen mit SPF1-Status und hoher Zuchtqualität in der Schweinehaltung gehört der Betrieb fachlich zur Spitze. Dennoch bleibt die ernüchternde Realität: Selbst Top-Leistung schützt nicht vor wirtschaftlichem Druck.
Die klare Botschaft der Branche: Es braucht endlich verlässliche Rahmenbedingungen, stabile Märkte und eine Politik, die Planungssicherheit schafft – bevor weitere Strukturen verloren gehen.
